Ist Karies ansteckend?

Mangelnde Zahnpflege und eine ungesunde, zuckerhaltige Ernährung: Experten gehen davon aus, dass 98 Prozent der erwachsenen Deutschen Karies haben. Aber ist Karies eigentlich ansteckend?
Wir wissen Bescheid.
Ja, sagt Dr. Jochen H. Schmidt, leitender Zahnarzt und Implantologe des Kölner Carree Dental. „Um die Übertragung des Karies verursachenden Streptokokkus-mutans-Keims zu verhindern, sollten Eltern daher keinesfalls den Schnuller oder Breilöffel des Nachwuchses ablecken“, rät er.
Auch den Zahnbürsten-Tausch mit dem Liebsten sollten Sie sein lassen! Die Bürsten geben Bakterien weiter, die sonst relativ fest am Zahn sitzen und nicht so leicht übertragen werden – nicht nur das Karies auslösende Bakterium, sondern auch solche, die Herzmuskelentzündungen hervorrufen!

Karies bedeutet übrigens nicht, dass Sie ein Loch im Zahn haben – das ist erst im Endstadium zu sehen bzw. schmerzhaft zu bemerken. Achten Sie vorher auf braune oder weiße Flecken am Zahnschmelz und darauf, ob Ihre Zähne plötzlich empfindlich auf Kälte oder Wärme reagieren.
Aber keine Angst: Bei Karies im Anfangsstadium muss nicht immer gleich gebohrt werden! Die moderne Zahnmedizin setzt auf die schmerzfreie Karies-Infiltration, bei der ein farbloses Kunststoff-Gel auf die kariöse Stelle aufgetragen wird.

„Dieses dringt in die Karies ein, füllt die poröse Schmelzschicht von innen auf und versiegelt den Zahn“, erläutert Dr. Schmidt. „Schädliche Säuren können nicht mehr eindringen.“ Ein weiterer Vorteil: Es muss keine gesunde Zahnsubstanz vernichtet werden wie beim Bohren.

Quellen:

http://www.zahn-liebe.de/  – http://www.bild.de/ratgeber – http://www.carree-dental.de/

6 Gedanken zu „Ist Karies ansteckend?

  1. Auch den Zahnbürsten-Tausch mit dem Liebsten sollten Sie sein lassen! Die Bürsten geben Bakterien weiter, die sonst relativ fest am Zahn sitzen und nicht so leicht übertragen werden – nicht nur das Karies auslösende Bakterium, sondern auch solche, die Herzmuskelentzündungen hervorrufen!

  2. Richtig ist, dass ein Mensch keimfrei zur Welt kommt und dass auch seine Mundhöhle erst danach von Bakterien besiedelt wird. Einer dieser Keime ist Streptokokkus mutans, der nachweislich Karies verursachen kann und als Kariesleitkeim angesehen wird. Deshalb sind manche Zahnmediziner der Meinung, man müsse die Besiedelung mit Streptokokkus mutans vermeiden und könne so Karies verhindern. Teil dieser Strategie ist, dass man seine Kinder nicht küssen und ihren Löffel sowie den herunter gefallenen Schnuller nicht ablecken soll, um so die Keimübertragung von den Eltern auf das Kind zu verhindern. Diese Strategie greift aber viel zu kurz, denn in der Mundhöhle leben bis zu 1000 verschiedene Bakterienarten, deren Bedeutung wir größtenteils nicht kennen, von denen die meisten aber sicher nützlich für uns sind. Sie gehören nämlich zur normalen Mundflora und haben sich dort im Laufe einer langen Evolution etabliert.

  3. Karies und parodontale Erkrankungen werden durch Stoffwechselprodukte verschiedener Bakterien verursacht. Eine Übertragung solcher Bakterien durch Küssen ist möglich, jedoch ist das Risiko, dadurch Karies zu entwickeln oder an einer Parodontitis zu erkranken, gering, da der Ausbruch dieser Erkrankungen neben dem Vorhandensein derartiger Keime sehr stark von anderen Faktoren, wie zum Beispiel Stoffwechselerkrankungen (z. B. Zuckerkrankheit), Rauchen (einer der Hauptrisikofaktoren für Parodontose), Erbanlagen und dem hormonellen Gleichgewicht (z. B. Schwangerschaft) abhängig ist.

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